Zurück zur Wissensübersicht

Abmessungen

Innenmaße und Außenmaße bei Holzkisten

Zwischen dem Raum für das Packgut und der Größe der fertigen Kiste liegt die Konstruktion. Wie Wände, Boden, Deckel und Leisten aus Innenmaßen Außenmaße machen.

Was sind Innenmaße?

Innenmaße beschreiben den Raum innerhalb der Kiste. Sie werden zwischen den Bauteilen bestimmt, die sich als Seiten, Boden und Deckel jeweils gegenüberliegen, und in der Reihenfolge Länge × Breite × Höhe angegeben:

  • Innenlänge: Abstand zwischen den Innenflächen der beiden Stirnseiten,
  • Innenbreite: Abstand zwischen den Innenflächen der beiden Längsseiten,
  • Innenhöhe: Abstand zwischen Bodenoberseite und Deckelunterseite.

Diese lichten Innenmaße sind nicht immer gleichbedeutend mit dem tatsächlich nutzbaren Innenraum. Innenliegende Leisten, Rahmenhölzer, Deckelunterzüge oder Festlegehölzer können den Raum stellenweise einschränken. Ein Packgut, das rechnerisch in die lichten Maße passt, kann dann an einzelnen Stellen anstoßen. Angaben zu Innenmaßen müssen deshalb immer zusammen mit der Konstruktion gelesen werden: Gelten sie zwischen den Wandflächen oder zwischen den am weitesten hineinragenden Bauteilen?

Wie die benötigten Innenmaße aus dem Packgut abgeleitet werden, beschreibt der Artikel Holzkiste richtig dimensionieren.

Was sind Außenmaße?

Außenmaße beschreiben die äußere Begrenzung der gesamten Konstruktion: Gesamtlänge, Gesamtbreite und Gesamthöhe. Maßgeblich ist jeweils der am weitesten herausragende Punkt, nicht die Wandfläche. Neben den Wänden zählen deshalb auch:

  • außenliegende Leisten und Verstärkungen,
  • außen angeordnete Rahmenhölzer,
  • Überstände von Boden, Deckel oder Kufen,
  • der Bodenaufbau mit Bodenbrettern, Kanthölzern oder Kufen,
  • der Deckelaufbau mit Deckelbrettern oder -platten und aufliegenden Hölzern.

Warum unterscheiden sich Innen- und Außenmaße?

Zwischen Innen- und Außenmaß liegt in jeder Richtung die Konstruktion. In der Länge und Breite sind das die Wände und alles, was außen auf ihnen sitzt. In der Höhe sind es Boden und Deckel samt Kanthölzern, Kufen und Deckelhölzern. Wie groß der Unterschied ist, hängt von Wandstärken, Bodenaufbau, Deckelaufbau, Leisten, Rahmen und der Konstruktionsart ab.

Daraus folgt: Es gibt keine einheitliche Formel, die für jede Bauweise gilt. Stehen Wände zum Beispiel auf dem Boden statt seitlich daneben, oder sind Leisten außen statt innen angeordnet, ändert sich die Rechnung.

Vereinfachtes Rechenbeispiel

Das folgende Beispiel zeigt das Prinzip an einer rechteckigen Kiste unter bewusst einfachen Annahmen:

  • gleichmäßige Wandstärken,
  • Boden vollständig unterhalb des Innenraums,
  • Deckel vollständig oberhalb des Innenraums,
  • keine außenliegenden Überstände,
  • keine innenliegenden Bauteile, die den nutzbaren Raum einschränken.
GrößeWert
Innenmaße1.000 × 600 × 500 mm
Wandstärke links und rechtsje 20 mm
Wandstärke vorne und hintenje 20 mm
Bodenaufbau25 mm
Deckelaufbau20 mm
Außenlänge = 1.000 + 20 + 20 = 1.040 mm
Außenbreite = 600 + 20 + 20 = 640 mm
Außenhöhe = 500 + 25 + 20 = 545 mm

Unter diesen Annahmen misst die Kiste außen 1.040 × 640 × 545 mm.

Das Beispiel gilt ausschließlich unter den genannten Annahmen. Die Formeln sind keine allgemeingültige Berechnungsvorschrift für Holzkisten und entsprechen nicht der Berechnung der A3- oder A4-Konfiguratoren, die zusätzliche Bauteile wie Leisten und Bodenkanthölzer berücksichtigen.

Warum unterscheiden sich verschiedene Bauweisen?

Zwei Holzkisten können identische Innenmaße und dennoch unterschiedliche Außenmaße haben. Typische Ursachen sind:

  • unterschiedliche Wandaufbauten, etwa Bretter oder Platten verschiedener Stärke,
  • außenliegende Leisten, die Länge oder Breite vergrößern,
  • unterschiedliche Bodenhöhen durch Kanthölzer oder Kufen,
  • unterschiedliche Deckelkonstruktionen mit oder ohne aufliegende Hölzer,
  • unterschiedliche Anordnung von Rahmenhölzern innen oder außen.

Bedeutung für Transport und Lagerung

Für alles, was außerhalb der Kiste passiert, zählen die Außenmaße. Sie bestimmen den Platzbedarf auf Stellflächen und im Lager, die Frage, ob die Kiste durch Türen, Tore und Durchfahrten passt, wie sie sich auf Transportfahrzeugen oder in Containern anordnen lässt und welche Umschlag- und Hebemittel geeignet sind. Ob eine Kiste in einen bestimmten Laderaum passt oder dort sicher transportiert werden kann, muss für den konkreten Fall geprüft werden; dazu gehören neben den Maßen auch Gewicht, Schwerpunkt und Ladungssicherung.

Innen- und Außenmaße in Kistenstudio

In den Kistenstudio-Konfiguratoren werden die Innenmaße vorgegeben. Sie gelten als garantierter freier Raum in Form eines Quaders: Kein modelliertes Bauteil ragt hinein. Innenliegende Bauteile werden also bereits bei der Konstruktion berücksichtigt, statt den nutzbaren Raum nachträglich zu verkleinern.

Die Außenmaße werden nicht über eine Formel geschätzt, sondern aus der tatsächlichen Lage aller modellierten Bauteile ermittelt. Außenliegende Leisten, Bodenkanthölzer und Deckel fließen so direkt ein. Weil sich die A3- und die A4-Bauweise in ihren Bauteilen unterscheiden, ergeben gleiche Innenmaße in beiden Konfiguratoren in der Regel unterschiedliche Außenmaße. Volumen und Gewicht der Bauteile erklärt der Artikel Holzkiste berechnen: Maße, Volumen und Gewicht.

Häufige Missverständnisse

  • Innenmaß mit Außenmaß verwechseln: Wer Packgutmaße als Außenmaße bestellt, erhält eine Kiste, in die das Packgut nicht passt.
  • Materialstärken vergessen: Schon zwei 20 mm starke Wände machen eine Kiste 40 mm länger als ihr Innenraum.
  • Außenliegende Leisten übersehen: Sie vergrößern die Außenmaße zusätzlich zu den Wänden.
  • Nutzbaren Innenraum überschätzen: Innenliegende Bauteile können den Raum lokal verkleinern.
  • Transportmaße falsch einschätzen: Bodenkanthölzer, Kufen und Deckelaufbau erhöhen die Gesamthöhe.

Fachquellen